Drei Gründe Isländisch zu lernen

1. Du lernst viel über Island und seine Einwohner

Seien wir ehrlich: Die Wenigsten lernen freiwillig eine Fremdsprache, weil sie gerne im Stillen Kämmerlein Vokabeln pauken und sich mit exotischen Grammatikregeln beschäftigen. Man tut es, weil man sich für die Menschen interessiert, die diese Sprache sprechen und sich mit ihnen verständigen möchte. Auch wenn viele Touristen in Island unberührte, menschenleere Natur suchen, begegnet man auch im Islandurlaub immer wieder Einheimischen, mit denen man in Kontakt treten kann, muss oder möchte. Einschlägige Lehrbücher und andere Materialien thematisieren häufig Island als Land, seine Einwohner, deren Kultur und Geschichte. Beim Sprachenstudium beschäftigst du dich also ganz nebenbei auch mit diesen Dingen.

2. Du lernst viel über die Geschichte der europäischen Sprachen

Isländisch hat sich aufgrund der geografisch sehr isolierten Lage Islands über die Jahrhunderte kaum verändert. Wer heute Isländisch lernt, erhält auch einen Einblick in die Sprachen, die zur Zeit der Wikinger in Skandinavien und in großen Teilen Nordwesteuropas gesprochen wurden. Auch wenn Isländisch grundsätzlich den anderen nordgermanischen Sprachen Färöisch, Norwegisch, Dänisch und Schwedisch näher ist, gibt es bei allen Unterschieden auch große Ähnlichkeiten zu Deutsch. Zum Beispiel haben viele isländische Worte Ähnlichkeiten mit ihren deutschen (oder englischen) Übersetzungen.

  • ich war – ég var
  • du warst – þú varst
  • er/sie/es war – hann/ hún/ það var

Durch die Ursprünglichkeit der isländischen Sprache kommt es auch, dass Isländer die in Altnordisch verfassten Sagas noch heute relativ problemlos lesen können. Welcher Deutsch-Muttersprachler kann schon das Nibelungenlied im Original lesen ohne die Hälfte aller Wörter zu raten?

3. Je mehr Sprachen man spricht, desto leichter fällt es, weitere Sprachen zu erlernen

Dies gilt sowohl im Speziellen als auch im Allgemeinen. Schon als wir in der Schule Englisch lernten, wurden häufig ausgiebig die Ähnlichkeiten und Unterschiede („false friends“) zwischen unserer eigenen Muttersprache und der neuen (verwandten) Sprache diskutiert. Dasselbe wird einem passieren, wenn man sich mit Isländisch beschäftigt. Vielleicht hat man sogar den Vorteil, dass man nicht nur nach Ähnlichkeiten zur deutschen Sprache, sondern auch zu Englisch (oder sogar weiteren bekannten germanischen Sprachen) suchen kann. Noch einfacher wird es, wenn man nach Isländisch nun auch noch Färöisch, Dänisch, Norwegisch oder Schwedisch lernen möchte. (Das Buch EuroComGerm präsentiert eine Methode, mit der man lernt, alle germanischen Sprachen zu lesen, indem man sich mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden vertraut macht.) Generell kann man aber sagen, dass dies auch für weniger stark verwandte Sprachen gilt. Denn eignet man sich jedes Mal neue Techniken an, die das (Selbst-) Studium beschleunigen.

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